Sein. Spüren. Werden.
Transformation zur Ganzheit beginnt im Körper
Wo bist du gerade? Es ist eine einfache Frage, und doch führt sie uns direkt ins Herz des Erlebens. „Ich bin hier“, sagen wir schnell – wo sonst? Doch von woher sprechen wir diese Worte?
Wenn ich die Augen schließe und in mich spüre, bin ich erstmal im Kopf. Dort öffnen sich wie von selbst 23 Dateien mit Infos. Das "Ich-bin-Gefühl" von dort ist irgendwie leer und zugleich stressig. Der Geist möchte sofort weiterspringen, Ablenkung suchen, handeln.
Ich merke: Mein Kopf ist der Ort, an dem ich meistens bin. Wenn ich jedoch tiefer hinabspüre, ganz hinunter ins Becken, in den Bauch, verändert sich etwas. Ich schicke den Atem dorthin. Das „Ich- bin - Gefühl“ wird lebendig.Ich muss nicht mehr so sehr nach außen streben, um mich zu spüren. Da ist einfach die Empfindung von Leben, Erdung, eine pulsierende Kraft.
Wie ist es bei dir? Glaub mir nichts – probiere selbst. Ich atme sanft und lasse mein Gewahrsein nun in den Herzraum fließen. Wenn ich mich traue, dorthin zu fühlen – oh, es ist zart. Verletzlich. Weit. Mein Herz berührt und lässt sich berühren. Es empfängt. In diesem „Ich bin“ ist es intim. Meine menschliche Vulnerabilität - für einen Moment ist sie da, sicher umgeben von der stillen Vibration des Wirklichen.
Und wenn Kopf, Bauch und Herz mal zusammen schwingen - ein dreifacher Klang, Tiefe des Augenblicks, Präsenz. Ich bin hier. Und dann – ein Gedanke. Das Kopfzentrum will den Moment festhalten – schwupps, weg ist er. Ich grinse. So geht das. Ich kehre spürend zurück in den Körper. Es ist eine Praxis. Es ist das Einfachste und zugleich das Schwierigste.
Für mich ist es DIE Lebensaufgabe: wirklich im Körper anzukommen und dort zu sein. Es ist ein unentwegtes Heimkehren in den Körper.
Von der Lebendigkeit abgeschnitten zu sein, ist eine zentrale Traumafolge, die viele von uns kennen. Der Weg zurück in den eigenen Körper, kann daher sehr mühsam sein und mit großen Widerständen gespickt– ich kann ein Lied davon singen! Doch es verändert unser Erleben. Es öffnet sich ein Raum. Sobald wir dort eintauchen, fühlen wir uns stärker, klarer, getragen vom Leben selbst. Unsere Reaktionen werden stimmiger, weil wir die direkten Informationen des Lebens empfangen und nicht mehr allein aus alten Mustern heraus agieren.
Gemeinsam zu praktizieren hilft enorm. Es ist die Essenz all meiner Therapie- und Seminararbeit. In der Stille der Natur, beim bewussten Atmen, im Lauschen auf die eigene Mitte – überall gibt es Einladungen, das ganze Innere wieder zu bewohnen. Nicht nur den engen Raum des Verstandes, sondern auch die Weite des Bewusstseins, die Tiefe des Herzens und die Kraft des Beckens.
Es ist ein Weg. Um ihn zu gehen, braucht es keine große Anstrengung. Nur die Bereitschaft, sich selbst wieder und wieder zu begegnen. Vielleicht spürst du schon jetzt: In diesem „Ich bin“ liegt der Anfang jeder wahren Veränderung. Ich lade dich herzlich ein – zu dir selbst, in dein lebendiges Sein.
Kommentar schreiben