Therapie-Angebot

ADS/H bei Erwachsenen

ADS/H und Prävention

ADS im Erwachsenenalter wird bislang fast immer übersehen. 

 

Es wird  selten diagnostiziert, weil in Europa bis vor kurzem die irrtümliche Lehrmeinung herrschte, dass ADS mit dem Jugendalter verschwindet.

 

Diejenigen niedergelassene Fachärzte, Unikliniken und Ambulanzen, die sich mittlerweile auch hier damit auskennen sind daher bemüht, aufzuklären und das klinische Bild dieser neurologischen Besonderheit zu vermitteln. 

 

Mittlerweile ist bekannt, dass  es nicht beim Erwachsenwerden einfach aufhört. Es gibt sehr wohl Voll- und Teilremissionen. Aber es gibt auch die volle Symptomatik eines Erwachsenen ADS. Die Hyperaktivität geht manchmal über in feinmotorische Unruhe. Die Symptome ändern sich leicht. Aber ein Teil, etwa 30 – 50 %, der Menschen die als Kind ADS haben, haben es auch noch im Erwachsenenalter.

 

Wenn sie wiederum Kinder mit ADS haben, ist es außerordentlich wichtig, dass auch der betroffene Erwachsene behandelt wird. ADS ist  graduell – man kann leichte und schwere Formen haben. Nach aktuellen Studien sind etwa 2- 5 % der Erwachsenen davon in einem Maß betroffen, das großen Leidensdruck macht und gravierend ist. Sie sind in ihrer Lebensführung, Berufsausübung und dem Familienleben  und den sozialen  Kontakten erheblich  beeinträchtigt. Sie  entwickeln Folgeerkrankungen und dekompensieren irgendwann. Für sie ist es lebenswichtig, dass sie eine Diagnose bekommen!

 

Ca.  5 – 20 % der Erwachsenen haben leichtere Formen in gradueller Abstufung. Sie zeigen leichte Symptome, leben jedoch ganz gut damit oder haben eine funktionierende leichte Kompensation. Dann gibt es noch diejenigen, deren  Symptome so aussehen wie ADS, aber definitiv etwas anderes sind!

Was brauchen ADSler?

  • Eine Diagnose. Nur dann kann der richtige Behandlungsplan erstellt werden. Die Diagnose schafft auch schon den größten Teil  der Therapie: Verstehen, was ADS ist.
  • Medikation – sehr fein eingestellt und begleitet
  • Beratung und Coaching, um alltägliche Organisation, Zeitmanagement und Stressbewältigung zu lernen.
  • Körperorientierte Psychotherapie, um die Verletzungen, die ADSler zwangsläufig erleiden, zu heilen und ein neues gesundes Selbstbild aufzubauen.

ADS/H und Psychotherapie

„Es war einmal ein kleines Kind, das war anders als die anderen...“              

 

ADS ist eine lebenslange Geschichte. Es ist meistens eine tragische Geschichte

 

  • geprägt von Abwertung, Bestrafung, Ausgrenzung, Mobbing.
  • von verzweifeltem Bemühen, es endlich zu schaffen, was anderen so mühelos gelingt.
  • eine Geschichte des Scheiterns trotz Liebesfähigkeit, Begabung und unermüdlichen guten Willens.
  • ADSler haben nie oder nur extrem selten das Gefühl, „richtig“ zu sein, einfach einigermaßen okay, oder gar liebenswert.
  • ADSler kennen nicht das Körpergefühl von Entspannung und Zufriedenheit.

 

Ich arbeite deshalb mit körperorientierten Verfahren für das Therapieziel „Selbstannahme“.

 

In der Therapie lässt sich nachholen, was ein Mensch  mit ADS nie hatte: Liebevolle Akzeptanz. Das Gefühl, ein guter Mensch zu sein. Und das dazugehörige Körpergefühl. Damit es mehr ist, als nur ein Konzept im Kopf ...

Worum geht es noch?

  • Tieferes Verständnis für  sich selbst  
  • Ressourcen entdecken und nutzbar machen
  • ein gesundes Selbstbild entwickeln  
  • Beziehungsverhältnisse verstehen und klären
  • Beziehungsfähigkeit stärken
  • Sexualität – entspannen  und entdecken
  • Erfolgserlebnisse        
  • Spaß und Lebensfreude                                      

Was ist ADS? Eine kleine Einführung

ADS ist eine neurobiologische oder neurochemische  Besonderheit.

 

Sie ist angeboren und erblich – man kann sie sich nicht durch Belastungen, Traumata in der Kindheit, falsche Erziehung o. ä. zuziehen.

 

Vereinfacht kann man sagen: die Art, wie Neurotransmitter, vor allem Dopamin und Noradrenalin in den Synapsen im Gehirn weitergeleitet und aufgenommen werden, ist bei ADS indifferent, also schwankend oder dysreguliert – zuviel, zuwenig. 

 

Neurotransmitter sind Botenstoffe, sie schicken die Information zwischen den verschiedenen Gehirnpartien hin und her. ADS ist also eine Dysregulation im chemischen Überträgersystem. Das Gehirn selbst ist intakt.  ADSler sind relativ häufig sogar hochintelligent oder teils hochbegabt. Viele berühmte Künstler und Wissenschaftler waren/sind ADSler.

 

Besonders macht sich die Besonderheit in der Steuerungsfunktion des Gehirns bemerkbar. Wer ADS hat, funktioniert entweder 200prozentig oder gar nicht.

 

Das befähigt zu großen Leistungen und birgt auch die Gefahr von Dekompensation und Erschöpfung.

Modediagnose?

Symptome des ADS ähneln den Auswirkungen, die unser derzeitiges Leben auf uns westliche Menschen hat und werden von ihnen verstärkt. Informationsfluten, die tagtäglich über uns hinwegbrausen. Wenig Bewegung. Wenig Spüren. Wenig zwischenmenschlicher Kontakt und Kommunikation. Schnelllebigkeit. Das alles führt zu einem Bild, das den negativen Aspekten von ADS ähnelt sowie eine gesunde Kompensation der Symptome von tatsächlich vorliegendem ADS verhindert – Sprunghaftigkeit, Impulsivität, Unaufmerksamkeit, Unkonzentriertheit, ungenügend ausgebildete Sensorik, Stimmungsschwankungen.

 

Dennoch ist ADS keine erfundene Krankheit. Das Krankheitsbild wurde schon von Sigmund Freud erfasst als eine organische Störung, es gibt Forschungen seitdem, es hatte verschiedene Bezeichnungen, doch die Symptomatik wurde durchweg recht homogen beschrieben.