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Aus dem Unbehagen wächst die Kraft

 Im Kern von jeglicher Entwicklung gibt es eine vertrauensvolle Offenheit.

Als Kind gehen wir die ersten Schritte in diesem Vertrauen.

Jedes neue Level unseres Lebens und Bewussteins erreichen wir, weil inmitten von Angst, Verzagtheit oder Starre in uns auch diese Fähigkeit zum Offensein ist.  

Jede Krise, die wir meistern, birgt die Gefahr, dass wir uns in der Angst verlieren – und die Chance, vertrauensvoll in das hinein zu wachsen, was wir noch nicht verstehen, und es zu lernen, während es geschieht. Mit all der Unsicherheit und Angst, die diesen Prozess begleitet.

 

Gerade leben wir in einer Zeit großer Anspannung. Klimanotzustand, Kriege, Armut, undurchschaubare Wirtschafts- und Politik-Allianzen, Flüchtlingsströme – eine Krise reiht sich an die andere.

In all dieser Unsicherheit kommen wir mit tief sitzender Angst in Kontakt, sie ist allgegenwärtig.

Wie gehen wir damit um? Wir stehen gerade auf dem Prüfstand, betreffs der Grundwerte unseres sozialen Zusammenlebens

– Rettung der Natur, Unantastbarkeit der Menschenwürde, Schutz der Menschenrechte, Gleichheit aller vor dem Gesetz.

Dieser Werte sind wir uns sicher, solange wir uns sicher fühlen. Aber wenn es wackelt an der Basis, dann kommt die Angst.

Wie kann es gehen? Was kann ich tun? Wohin wird das führen?

In Angst reagieren wir anders, sind  angespannt. Die weltzentrische Sicht verengt sich wieder.

Wir werden defensiv, jeder Mensch auf seine Weise.

Und das ist der Punkt, an dem wir die Chance brauchen. Für mich bedeutet das: Offenheit riskieren. Meine Angst wahrnehmen. Das Aufgewühltsein, das Gefühl von Unbehagen, das ich habe, wenn ich keine Lösung weiß.

Die gefühlte Unumgänglichkeit des Handelns. Die Ohnmacht, wenn mir Lösungen einfallen und ich nicht die Werkzeuge habe, sie auf den Weg zu bringen.

Vertrauen bedeutet: das alles gehört dazu.

Ich sitze eine Weile damit, lausche

– übertöne es nicht gleich mit Aktionismus oder Rückkehr zum Gewohnten.

Sondern bleibe drin – ganz nah, ganz intim mit der Angst, mit diesem unguten Gefühl.

Denn die Lösung, der heilende Impuls wächst aus diesem Boden.

Das Unbehagen ist der Dünger.

Von innen her kann ich zu einem wirksamen Handeln kommen.

Alles Gute, das geschehen kann, ist bereits in uns, es wächst in dieser angstvollen Verunsicherung. Stärken wir also unsere Offenheit, die Fähigkeit, mit der Realität in Kontakt zu sein – innen und außen! Dann wurzelt das Handeln in einer kraftvollen Erde und wird Früchte tragen.



Radikale Güte

Seit über 25 Jahren begleite und unterstütze ich mit meiner Arbeit Menschen, die sich mehr innere Stabilität und Fülle, tiefe Begegnung und neue Lebensperspektiven wünschen – einschließlich mir selbst!

Für alles, was ich lehre und weitergebe, hatte ich einmal eine innere Notwendigkeit, es zu erforschen – ich werde immer wieder selbst vom Leben mit allen Wassern gewaschen und lerne ständig dazu – auf angenehme und auch auf schmerzliche Weise. Was heilt, ist Akzeptanz, innere Anwesenheit und die Erkenntnis, dass es "perfekt" in der Natur nicht gibt.

Je älter ich werde, desto mehr vertraue ich in eine Haltung, die ich „radikale Güte“ nenne: mich selbst dort, wo ich innerlich und äußerlich gerade bin, so sehr ich kann wirklich zu sehen – mit Respekt vor dem Leiden und den Schwierigkeiten, die das Menschsein unentwegt hervorbringt. In der Einzelarbeit und in den Seminaren erlebe ich damit berührende und nährende Momente: Wenn Vertrauen erneut Wurzeln schlägt und ein Mensch sich öffnen kann. Wenn Schmerz einfach da sein und gespürt werden darf. Wenn – mit Lachen und Weinen zugleich – Erkenntnisse auftauchen und Verbindung spürbar wird – nach innen, zum Selbst und nach außen, zu den anderen, zur Natur, zum gegenwärtigen Moment.

"Wirklich ist, was wirkt", so sagte es C.G. Jung.

Ich liebe diesen “ wirklichen” Aspekt meiner Arbeit. Vor allem die Entwicklung einer neuen Qualität von Selbstliebe kann einer Neugeburt des eigenen Wesens gleichen! Dann sehe ich mich am ehesten wie eine Hebamme – ich habe das neue Leben nicht in der Tasche – und auch keine Patentlösungen – aber sehr viel Erfahrung, Präsenz, Unerschrockenheit und tiefen Respekt vor dem Leben selbst und der Art, wie es in jedem Menschen unterschiedlich wirkt, heilt und Wachstum hervorruft! Es macht mir Freude, Brücken zu bauen. Zwischen Medizin, Psychologie, Theologie und alternativen Heilmethoden aus dem Tantrayoga, der integrativen Körperarbeit, der Ökotherapie, dem Schamanismus und der integralen Bewusstseinsforschung. In meiner Arbeit verbindet sich, was ohnehin verbunden ist: der Körper mit seinen natürlichen Impulsen, die psychologischen Erfahrungen und Selbstbilder, die gedanklichen Konzepte und nicht zuletzt auch spirituelle Erfahrungen.

Immer geht es darum, den Moment zu erforschen und all die Zutaten, die das Leben in diesem Augenblick für mich bereithält, für die nächsten Schritte zu nutzen.

Immer brauchen wir dafür Mitgefühl und Freundlichkeit mit uns selbst. Das komplizierteste und zugleich allereinfachste Yoga ist die Liebe zu mir und Dir und allem, was ist. Ich nenne es radikale Güte. Sie ist meine Passion!



Gefühle - entspannen statt verwalten

"Ich bin voll im Stress." Meine Freundin stöhnt und lässt sich in den Sessel fallen. "Mein Nacken ist verspannt, ich hab Kopfweh. Dann ist da noch das blöde Beziehungsthema – ich fühle mich voll ungeliebt und außerdem bin ich zu dick und sollte endlich eine Diät machen."  

Bei einer Tasse Früchtetee sprechen wir über das Thema Entspannung. Wir stellen fest, dass Anspannung und Stress ein sehr machtvoller Teil des alltäglichen Lebens ist.

 

Wo ist Anspannung? Im Körper fällt sie uns als Erstes auf – aber auch unser emotionaler Körper ist angespannt. Sobald ein Gefühl in uns auftaucht, kommen wir in Alarmstimmung. Wir fürchten, dass wir unsere Balance verlieren, wenn wir das Auftauchen zulassen.

 

Unwillkürlich spannen wir uns an, und der Verstand greift nach dem Gefühl – wir wollen es irgendwie verwalten. Und damit schaffen wir uns auch noch eine mentale Anspannung.

All die Glaubenssätze, die dann auftauchen, die innere Kritik, das Vergleichen und Bewerten.

"Aber was soll ich denn mit dem Gefühl stattdessen tun? Es soll weggehen – oder ich will es transformieren!"

Und bei ein paar Haferkeksen kommen wir darauf, dass in einigen spirituellen und therapeutischen Schulen gelehrt wird, Gefühle einfach zu erleben.

Wahrzunehmen, wo genau im Körper sie gerade spürbar sind, zu erlauben, dass sie da sind, ihnen Raum zu geben. Kurz: sich mit ihnen zu entspannen. Und genau das praktizieren wir nun – und da wir beide erfahrene Körpertherapeutinnen sind, atmen wir sanft und tief, schließen die Augen und wenden uns spürend nach innen.

 

In ihrer Essenz sind alle Gefühle lebendige Energie. Sie wollen erlebt werden, und wenn wir das tun, dann gibt es auch einen Moment, wo sie uns aus der Balance bringen.

Wenn ein Gefühl auftaucht, denken wir daher sofort, dass wir ein Problem haben. Doch das Gegenteil ist der Fall.

Gefühle bewirken eine notwendige Irritation, die uns dann in ein lebendigeres, frischeres Lebensgefühl bringt. Ohne aus der Balance zu kommen, gibt es kein Wachstum, keine Evolution.

Nach einer Weile tauchen wir wieder auf und räkeln uns. „Ich hab mich von dem Gefühl, so ungeliebt zu sein, wirklich berühren lassen. Traurigkeit tauchte auf und dann ein friedliche Stille.“ Sie wischt sich ein paar Tränen ab und lächelt. "Dabei fiel mir auf, dass sich mein Körper von innen her gut anfühlt. Entspannt und ruhig." Augenzwinkernd nimmt sie noch einen Keks. "Ich werde meinem Kopf eine Diät verordnen, statt meinem Körper! Weniger Gefühlsverwaltung und Kritik. Und das Vergleichen mit anderen wird ganz vom Speiseplan gestrichen!"

Spüren statt Verwalten ist eine Übungspraxis der körperorientierten Psychotherapie. Sie erfordert ein bisschen Mut und Neugier auf sich selbst. Es ist gut, mit therapeutischer Begleitung zu beginnen und diese Übung dann mehr und mehr Teil des Alltags werden zu lassen. So wird tiefe Entspannung und inneres Wachstum initiiert.



Das kosmische "WOW!"

Kreativität ist unsere Natur. Sie gehört essentiell zu uns. Allein schon, dass Sie jetzt da sind, ist das Ergebnis einer ungeheuren Kreativität. Von der ersten Eruption, die unser Universum hervorbrachte, bis hin zu Ihnen, sind alle Grundbestandteile, die chemischen Elemente, gleich geblieben.  

Aber was für eine Vielfalt von Leben hat sich aus dem Sternenstaub entwickelt! Unsere Erde mit ihren Lebensräumen. Ein Spaziergang durch den sommerlichen Garten – Variationen von Farben und Formen, Duftkompositionen und höchst erfinderische Lösungen zur Vermehrung. Intelligente, ungeheuer differenzierte Wesen sind entstanden (ich sah gerade unsere Katze an den Geranien schnuppern) – zuletzt – mit uns Menschen, kam auch noch Bewusstheit dazu – wir sind Kreativität, mit jeder Zelle. Das menschliche "Ach, nein, ich doch nicht!"

 

Jetzt warten Sie auf den Haken in der Geschichte – es gibt ihn tatsächlich, so wie es im Märchen immer diese Wendung gibt: Aber dann … Als Kinder leben wir unsere Kreativität in jedem Moment: Wir sind in der Gegenwart, offen und neugierig – wir staunen und probieren alles aus. Dann lernen wir allmählich, uns anzupassen an Eltern und Welt, wo diese Offenheit seltener ist. Unser natürlicher Zustand wird überlagert durch die Fragen: Was muss ich tun, um okay zu sein? Wie muss ich sein, um geliebt zu werden? Eine innere kritische Stimme schaltet sich ein, mit der wir es dann als Erwachsene zu tun haben: Bewertungen, Vergleiche, strenge Kommentare.

 

Wow! Ich!

 

Das Schöpferische selbst ist immer leicht. Das Problem ist: Wie kann ich mich und mein Leben so entspannen, dass ich in einen Zustand komme, in dem ich dafür offen bin? Es ist hilfreich, sich all die erlernten Muster bewusst zu machen. Und vor allem die gute Nachricht aufzunehmen und zu erleben: Es ist alles noch da – meine lebendige Kreativität kann jeden Bereich meines Lebens bereichern und erzaubern! Durch kluge und individuelle Wege, die in der humanistischen und spirituellen Therapie, so wie in schamanistischen und tantrischen Lehren begründet sind, finden wir wieder zurück.

 



Veränderung in Wuchsrichtung mit dem Leben

Ach, es gäbe so vieles zu verändern.

Wir werden täglich geflutet mit Informationen zur Selbstoptimierung.

Dass wir uns selbst freundlicher behandeln, gesünder leben,

Work-Life Balance halten, meditieren,

orgasmieren und was weiß ich alles sollten – ach, geschenkt ...! 

 

Wir haben es längst verstanden, das Mentale ist so schnell

– aber die Umsetzung ...

Sie hängt auch ab von unseren Gefühlen.

Doch der Emotionalkörper ist schon eine ganze Ecke langsamer und unberechenbarer als der Verstand. Und bis sich dann unser physischer Körper bewegt und die Veränderung wirklich umsetzt – oh, die Materie ist träge!

Aus der Hirnforschung ist bekannt: Am leichtesten entwickeln und verändern wir uns, indem wir mit ganzheitlichen  Methoden in optimaler Umgebung neue gute Erfahrungen machen!

Damit es nicht nur Theorie bleibt, bei deren Nicht-Umsetzung wir uns dann zudem noch schlecht fühlen, brauchen wir wirksame Impulse für unser ganzes System und eine freundliche, offene und sichere Atmosphäre. Denn dann sind da auch noch die tieferen Veränderungen im Leben – wirkliche Schritte ins Neuland, Umbrüche und Wagnisse.

Als Therapeutin kann ich feststellen: Die Motivation zur Veränderung kann letztlich nur von innen kommen. Indem wir herausfinden, ob diese Veränderung in uns steckt, ob es etwas ist, was mit unserem tiefen Selbst übereinstimmt.

Wenn eine Veränderung mich aus der Tiefe ruft, dann ist sie unausweichlich. Es geht also darum, zu lauschen und mit mir selbst in tieferen Kontakt zu kommen. Vielleicht sehnst du dich auch nach einer Veränderung oder spürst die Notwendigkeit? Möchtest wachsen – mehr hin zu dir, mehr in die Tiefe und Weisheit, die in dir sind?

 

Seit Urzeiten sind die Menschen zu diesem Zweck hinausgegangen in die Natur. Allein im Wald, mit Ritualen und viel Zeit zum Lauschen. Veränderungen wachsen. Sie sind organisch. Wenn du dich und deinen Körper mitten ins Herz der Natur hineingibst, entsteht Resonanz – du gibst dem Leben eine Chance, mitzumachen. Und dann wird es "stimmen".



Königin im eigenen Leben

Von wegen Krönchen geraderücken 

Wie schmerzlich, wenn ich mich selbst nicht auf freundliche Weise wahrnehmen und akzeptieren kann! Wie anstrengend, mir immer wieder ein neues Selbstoptimierungsprogramm aufzuzwingen.Und wie menschlich das auch ist!Eigentlich ist dieses Kritikprogramm nur eine App. Sie wurde früh im Leben installiert und hat sich dann ins Hauptprogramm gehackt -sie ist zur Gewohnheit geworden. Ein anderes Bild, das ich in meiner Arbeit gern verwende ist: Die innere fiese Gouvernante hat sich auf Deinen Königinnenthron gesetzt! Sie regiert nun Dich und Dein Leben. Womöglich mit einem kleinen Krönchen auf dem Dutt zur Tarnung.

Dabei ist die Sehnsucht so deutlich. Wenn Du die wirkliche innere Königin fragst, was sie sich wünscht- was kommt dann? Vielleicht so etwas wie: Ich möchte Vertrauen haben in meine unverwüstliche lebendige Seele. Ich möchte lieben und in Kontakt sein mit dem Leben. Ich möchte weise und freundlich mit mir sein. Ich möchte gestalten und regieren.

Yes!! Und wie kann sie das tun?

Um Gewohnheiten umzuformen - also um die Gouvernante vom Thron zu scheuchen- brauchen wir

1. die Zuversicht, dass es gelingen kann

2. das Knowhow und sinnvolle Beharrlichkeit beim Anwenden

3. beglückende neue Erfahrungen und

4. ein gutes Gemeinschaftsgefühl- also ein paar Königinnen aus benachbarten Reichen, die dasselbe vorhaben.

Der Weg nach Hause

In der Wuivenkraft Jahresgruppe tun wir genau das. Wir begeben uns auf den „Weg nach Hause“- hinaus aus den Gewohnheiten der Selbstkritik und Angst, hinein in die eigene Lebendigkeit und Selbstermächtigung. Wir werden zu weisen Königinnen im eigenen Leben. Von dort aus - wenn wir endlich selbst auf dem Thron des Bewußtseins sitzen- wird das Leben einfacher, die Beziehungen klarer, wir werden lebendiger. Verbündete ist die eigene innere Weisheit. Sie bringt uns in Kontakt mit unseren tieferen Bedürfnissen und Qualitäten. Das kann niemand anderes für uns tun.

In den Wuivenkraft Seminaren arbeiten wir gezielt an der Stärkung dieser Kraft. Im schönen Gruppenraum, im wilden Wald, im warmen Salzwasserpool- körperlich, psychisch- logisch- spirituell- weiblich- weise und natürlich mit Humor!

Die wirklichen Lebenskronen sind aus Dunkelheit und Licht, Wissen und Liebe, Schmerz und Authentizität, Mitgefühl und Chaos geschmiedet. Sie sind geschmückt mit den Früchten Deines Lebens.

Gerade sammeln sich wieder einige Königinnen - womöglich gehörst Du auch dazu? Wenn Du Fragen hast- ich informiere Dich gern.



Die „Ich weiß nicht-Methode“ ...

Die „Ich weiß nicht-Methode“ ...

... oder "Wie das Leben selbst die Medizin mixt ..." Ich habe früher immer die Therapeuten bewundert, die nach einer bestimmten Methode arbeiten. Habe ich selbst doch in 25 Jahren Therapiearbeit eine große und bunte Vielfalt an Techniken gesammelt – in Neugier und eigener Erfahrung und nach der Maxime C. G. Jungs: Wirklich ist, was wirkt. Ich frage mich gerade, was denn wohl meine methodische Basis ist?  Von Antje Uffmann, HP (Psych.), Bielefeld

Wirklich zuzuhören ist eine Kunst, die ich sehr liebe und mit großer Freude ausübe.

 

Wie sich das anfühlt? Okay, ich erforsche das mal – voilá – die transparente Therapeutin: Ich stimme mich auf den Menschen ein, werde offen und lasse mich im Raum der größeren Präsenz nieder – indem ich meine jahrelange Meditationspraxis anwende. Ich gebe mich an die Schwerkraft hin, spüre meinen Körper und akzeptiere mein ganzes eigenes System mit allem, was da gerade vor sich geht. Ein sanftes Strömen im Körper zeigt mir, dass die Akzeptanz beginnt zu wirken und mein Einatmen das Herz weit macht.

 

Und dann mache ich mich leer. Ich werde ein Resonanzraum und bin – präsent. Ein großes "Ich weiß nicht". Mit jeder Faser anwesend und ohne Konzept. Dieses "Ich weiß nicht" hört zu.

 

Dafür braucht es Mut und Disziplin – denn in meinem Verstand rumoren schon die Methoden; Ideen scharren mit den Hufen, Handlungsimpulse zerren an den synaptischen Halftern.

 

Aber ich leere sie aus und spanne meine Präsenz weit auf – wie einen Radar aus Empathie und Offenheit. Und diese Offenheit hört zu. Mein ganzes Wesen lauscht und gibt dem Menschen, der vor mir sitzt, Raum. Akzeptanz. Präsenz. Das ist starke Medizin. Danach sehnen wir Menschen uns – von Anbeginn – dass jemand voll und ganz da ist mit mir und für mich. Mir Raum gibt und offen ist. Nichts mit mir vorhat – kein Ziel, wohin ich soll, keine Technik, die mir helfen soll, keine Konzepte, in die ich passen muss, kein Urteil, keine Anspannung.

 

Und dann, erst dann, nach dem präsenten, leeren Nichtwissen – aus diesem Zustand der Rezeptivität und Hingabe, dann erst zeigt sich etwas aus dem methodischen Wissensschatz und ich bin selbst überrascht, was das sein wird.

 

Oft ist es nicht das Pferd, das zu Beginn am heftigsten gewiehert hatte, sondern vielleicht ein scheues Methodentierchen, das ich noch nie zuvor gesehen habe! Weil es erst jetzt, für diesen Menschen in diesem Moment, auftaucht. Ein Fabelwesen, von dem ich bisher nicht wusste, dass es da ist. Eine Neukreation verschiedener Methoden, verschiedenen Wissens, die in genau diesem Moment emergiert. Einzigartig. Maßgeschneidert vom Leben selbst. Denn darum geht es bei jeglicher Praxis von Präsenz und Achtsamkeit – dass wir dem Leben nicht im Weg stehen. Dass wir üben, den großartigen Verstand mit seinem Wissensschatz einzubetten in das Größere. Das Leben. Es ist so unermesslich intelligent.

 

Und so kann ich auf die Frage nach meiner methodischen Basis vielleicht am ehesten antworten: Ich stehe dem Leben so wenig wie möglich im Weg. Und dann kann sehr viel passieren – das Leben findet erstaunliche Wege. Das ist die wirksamste Medizin. Ich bin sehr dankbar, dass ich ihr nach vielen Jahren Praxis nun immer tiefer vertrauen kann.


Frühjahrskur mit Frau Weisheit

 

Es wird immer schwieriger, bei all den Informationsfluten und Anforderungen, die das Leben an uns stellt, zentriert und balanciert zu bleiben. Nun, es fluten auch täglich zahlreiche Infos an uns heran, die uns sagen, wie wir das erreichen können. 

Dann scheint es so einfach zu sein – halte Dich auf bestimmte Weise fit und beweglich, ernähr Dich nach xy, meditiere, detoxe, energetisiere und transformiere Dich!

 

Und wenn es nicht funktioniert? Wenn ich es gar nicht erst schaffe? Pssst – mal unter uns – das ist ziemlich normal, dann ist ein großer Druck da!

 

All das nährt nämlich zwei fundamentale menschliche Irrtümer.

Da wäre zum einen der tief verwurzelte Glaube, dass ich so, wie ich gerade bin, nicht okay bin. Zum Beispiel so gestresst, schokosüchtig, antriebslos … Und wenn ich mich nicht mit dem, was ich fühle, auf freundliche Weise wahrnehmen und akzeptieren kann, ist das schmerzlich. Wenn ich mir dann stattdessen ein Selbstoptimierungsprogramm aufpfropfe, wird im Inneren eine tiefe Verweigerung spürbar. Pssst – das kennst Du – trotz besseren Wissens nicht zum Sport gehen, den grünen Smoothie stehen lassen, weiter daddeln anstatt zu meditieren. Ja! Diese Verweigerung ist weise! Was? Ja, denn sie kommt aus den Tiefen der Seele, aus dem wahrhaftigen Bedürfnis, so, wie ich bin, sein zu dürfen.

 

Die Weisheit in uns möchte uns in Kontakt bringen mit unseren tieferen Bedürfnissen. Das kann niemand anders für uns tun.

 

Also steht vor der Frühjahrskur das weise Spüren nach innen. Wie geht es mir? Was tue ich gerade? Wie fühle ich mich dabei? Welches Bedürfnis habe ich? Wonach sehne ich mich? Wenn ich aus dem heraus dann etwas tue, wird es gelingen.

 

Ach ja, der zweite Irrtum ist die Illusion der Kontrolle. Dass wir es im Griff haben können, wenn wir uns nur genügend anstrengen. Das suggeriert der Mainstream – auch der esoterische. Doch es gibt in uns Menschen ein Wissen darum, dass das Leben größer ist, und wir es nicht kontrollieren. Es gibt Schmerz und Dunkelheit genauso wie Glück und Licht. Das Leben ist nicht immer fair. Diese Weisheit wächst in uns mit den Lebensjahren. Sowohl in der spirituellen als auch der psychologischen Tradition ist es der Archetyp der Weisheit, der uns in den Kontakt mit dem Leben führt. In der Psychotherapie arbeiten wir gezielt an der Stärkung dieser Kraft.


Flieg los

Nun ist es endlich frühsommerlich und der Flieder duftet – die ersten Rotschwänzchen verlassen schon ihr Nest bei uns in der Diele und probieren fliegen und landen. Sie schlafen nun draußen in den Bäumen – es gibt kein zurück. Selbst das weichste Nest wird irgendwann einfach zu klein und dann ist der Moment da - wir folgen der Natur, lassen das Alte hinter uns und erschließen die nächsten Lebenräume, erproben die neuen Fertigkeiten.

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Liebe Erdenfrau, lass den Mut nicht sinken!

Du sitzt da, dienstagmorgens, vor deinem Tee, und schaust auf die Liste deiner aktuellen Probleme. Es gibt alle Rubriken: Beruf, Liebesleben, Geld … vielleicht auch Gesundheit und Familie und große Sorgen. Du seufzt. 

Außerdem siehst du rundherum die immensen Probleme der Welt. Und dann gibt es noch deine lange To-Do-Liste. Das Notwendige. Die Selbstoptimierungspläne. Die Liste, bei der alles mit „ich sollte“ beginnt. Du fühlst die Spannung im Nacken, du seufzt tiefer.

Und jetzt hör mir zu.

Schau mich an.

Ich bin das Leben.

Ich bin das Weibliche. Ich bin du.

Ich bin die Mitte deines Herzens, die Intelligenz deiner Zellen, die Wellen deines Atems.

Ich bin ewig.

Wir sind eins. Nenn mich deine Seele.

Nenn mich Göttin, Mysterium, Urgrund.

Ich bin du. Raum und Stille.

Schöpfungskraft und Leben.

Tief innen kennst du mich und weißt.

 

Lass den Mut nicht sinken, liebe Erdenfrau, denn die Heilung hat schon begonnen!

Ja, gerade befinden wir uns in einer Zeit großer Wandlung – alte Muster funktionieren nicht mehr, sie schaffen Probleme, in uns und in der Welt.

Es ist Zeit, aufzuwachen!

Ja, da sind Anspannungen, alte Wunden und Herausforderungen. Und der großer Lebenshemmer, unser Anklammern am Mentalen.

Heilung ist, wenn du für einen Moment erkennst, dass du mehr bist als dieses Geratter in deinem Kopf. Heilung ist aber noch mehr – sie ist auch die Liebe, die sagt: Es ist okay, das Geratter.

Es ist okay, in all den Mustern zu sein.

Es ist okay, die Schmerzen zu fühlen.

 

Jeder Schritt auf deinem Weg ist notwendig.

Liebe Erdenfrau, so sprach gerade das Leben durch mich.

Frauen, lasst uns im Kreis versammeln. Damit wir uns erinnern, wer wir sind. Der weibliche Schmerzkörper hat viele Schichten – persönliche und kollektive.

Doch es gibt viele heilsame Werkzeuge aus vielen Kulturen. Therapeutisches Wissen. Methoden. Wegweiser. Und doch ist es immer immer immer das Leben selbst, was wirkt. Genau jetzt.
Wir Frauen tauchen in die Weisheit unseres Körpers und Seins. Dort ist alles, was wir brauchen für den nächsten Schritt. Trau dich, Erdenfrau! Dein Leben und die Welt braucht dich in deiner ganzen Kraft.